Der Sozialkreis Waldram e.V.
Ein Verein mit sozialem Engagement

Im Frühjahr 2000 wurde in Wolfratshausen ein neuer Verein gegründet. Der Sozialkreis Waldram organisierte sich neu, wurde im Vereinsregister als eingetragener Verein registriert und als gemeinnützig anerkannt. Der Verein begann mit 25 Mitgliedern die zusammen etwa 3000 Stunden im Jahr auf ehrenamtlicher Basis tätig sind. Das war natürlich nicht immer so.

Es war 1971 als Frau Elisabeth Müller den Sozialkreis Waldram als Arbeitskreis innerhalb der Pfarrei St. Josef der Arbeiter gründete.

Zunächst stand die Nachbarschaftshilfe mit Kinderbetreuung, die Unterstützung für ältere oder kranke Menschen bei Einkäufen und Behördengängen sowie die Vermittlung von längerfristiger Hilfe im Vordergrund. Zudem wurden Gesprächsgruppen für alleinerziehende Mütter, sowie für psychisch Kranke angeboten.

Mit verschiedenen Aktionen unterstützte der Sozialkreis auch finanziell die Pfarrei St. Josef der Arbeiter beim Neubau des Pfarrheims.

Anfangs noch eine kleine Gruppe aktiver, wuchs unter der Leitung von Frau Müller mit der Mitgliederzahl auch der Wirkungsbereich des Sozialkreises. So kam es bald zu einer Zusammenarbeit mit dem Deutschen Aussätzigen Hilfswerk e.V. (DAHW). Das DAHW mit Sitz in Würzburg, kümmert sich vorwiegend um Leprapatienten in der sog. "Dritten Welt". Es unterhält Krankenhäuser, versorgt Patienten mit Medikamenten und betreibt Rehabilitationsstätten.

Seit einigen Jahren hat das DAHW seinen Aufgabenbereich erweitert und betreut nun auch Tuberkulose- und Aids-Patienten in den Einsatzländern. Neben der Versorgung von Patienten ist das DAHW aber auch in der Aufklärungsarbeit zur Prävention von Lepra, Tuberkulose und Aids tätig. Die Unterstützung des DAHW von Seiten des Sozialkreises Waldram geschah Anfangs durch den Verkauf selbstgefertigter Waren auf Basaren sowie durch das Weben von Fleckerlteppichen und Häkeln von Decken die dann direkt an das DAHW übergeben wurden.

Eine weitere Arbeit zugunsten des DAHW bestand im sogenannten "Reissbindenwickeln". Hierzu wurden Leinentücher in schmale Streifen gerissen und zu "Mullbinden" aufgewickelt, Diese konnten dann in die Krankenhäuser der Dritten Welt versendet werden. Im Februar 1993 hat der Sozialkreis Waldram die finanzielle Patenschaft für ein eigenes Lepraprojekt übernommen - das Holy Cross Hospital in Belatanr, Indien.


Neben der Unterstützung des DAHW und der Nachbarschaftshilfe, bietet des Sozialkreis Waldram inzwischen zusätzlich eine Reihe von Aktivitäten für Senioren an. Hierbei reicht das Programm von Seniorenturnen, Seniorenkegeln oder Wandern über Mandala-Malen bis hin zum regelmäßigen Seniorenkaffee am Nachmittag mit immer wechselndem interessanten Programm. Zudem sind die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Sozialkreises Waldram auch innerhalb der Pfarrei St. Josef der Arbeiter tätig, wie beispielsweise im Krankenhausbesuchsdienst oder im Seníoren-Besuchs-und-Begleitdienst.


1989 wurde die "Stube Elisabeth" ins Leben gerufen. Zusammen mit der Alfa (Aktion Lebensrecht für Alle e.V.) wurden kostenlos Babysachen, Kinderkleidung, etc. an Bedürftige abgegeben, sowie - unter der Schirmherrschaft des DAHW - "Dritte-Welt-Artikel" zugunsten der Missions- und Lepraarbeit verkauft.

Ein weiterer Höhepunkt war das jährliche Sommerfest, welches nicht nur bei den Waldramer Bürgern großen Zuspruch fand. Viele kamen jedes Jahr von außerhalb um bei Live-Musik mit Kaffee und Kuchen oder beim Mittagessen vom Grill einen gemütlichen Tag zu verbringen. Der gesamte Erlös aus dem Verkauf der selbstgemachten Kuchen und des Essens kam dabei immer dem Krankenhaus in Belatanr, Indien zugute.

1991 übergab Frau Elisabeth Müller die Leitung des Sozialkreises Waldram an Frau Ottilie Korduletsch. Sie führte den Kreis bis 1996 mit ihrem persönlichen Leitfaden: "Wer nichts für andere tut, tut auch nichts für sich" - ganz im Sinne ihrer Vorgängerin.

 1998 wurde erstmalig die Isar-Loisach-Medaille für besondere Verdienste im Ehrenamt verliehen. Unter den fünf Ausgezeichneten war auch Frau Elisabeth Müller.

Schließlich übernahm Frau Astrid Grosch 1996 die Leitung des Arbeitskreises.

Da sich im Laufe der Zeit die Aufgaben des Sozialkreis Waldram erweitert und auch die Aktivitäten der Stube Elisabeth neue Formen angenommen hatten, musste der Sozialkreis Waldram Anfang des Jahres 2000 neue Räume im Pfarrzentrum St. Josef der Arbeiter beziehen. Dort wurde im Rahmen der Eingangs erwähnten Vereinsgründung auch ein eigener "Eine-Welt-Laden" eröffnet.

Hier werden neben Artikeln aus Rehabilitationswerkstätten des DAHW auch Lebensmittel aus fairem Handel, Handwerksarbeiten aus Holz und viele verschiedenen Geschenkideen angeboten.

Heute bietet der Sozialkreis Waldram e.V. neben seinem eine-Welt-Laden ein umfangreiches Seniorenprogramm mit Wandergruppen, Seniorengymnastik,  Mandale-Malen und Seniorenkaffee sowie eine Mutter-Kind-Gruppe an. Weitere Informationen zu unseren Angeboten in Waldram finden Sie hier.

Im Jahr 2011 konnte der Sozialkreis Waldram auf sein 40-jähriges Bestehen zurückblicken. Dieses Jubiläum wurde mit zahlreichen Veranstaltungen wie zum Beispiel einem Vortrag des indischen Repräsentanten des DAHW zu unserem Projekt in Belatanr, einem Vortrag über Waldram, einem Ausflug zum Tabel-Magic-Theater nach München und anderen Aktionen gefeiert.

Das von uns unterstützte Projekt in Belatanr, Indien ist heute weit mehr als ein einfaches Krankenhaus. So konnte in den letzten Jahren eine Schule für Kinder sowie eine Lehr- und Projektwerkstatt gebaut werden, um Jugendlichen und ehemaligen Patienten eine Ausbildung und ein selbstbestimmtes Leben  zu ermöglichen. Zusätzlich werden vom Holy Cross Hospital Kleinkredite an geheilte Patienten vergeben um ihnen den Aufbau einer eigenen Existenz zu ermöglichen. Dies ist nur durch Ihre Unterstützung möglich gewesen. 

Trotz vieler Anpassungen an die heutigen Anforderungen, wird der Sozialkreis auch weiterhin im Geist der Gründerin Elisabeth Müller fortgeführt werden. Wenn Sie interesse an einer Mitarbeit oder der Unterstützung unserer Arbeit haben, dann würden wir uns über Ihren Anruf oder Ihre email freuen.